Rückzahlmodelle von Studienkrediten erklärt

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Rückzahlmodelle von Studienkrediten erklärt

Ein Studium eröffnet beruflich eine Menge Möglichkeiten – doch zunächst muss es finanziert werden. Nebenbei zu jobben reicht kaum für den kompletten Lebensunterhalt. Besonders für Studierende, die keinen Anspruch auf BAföG haben und auch nicht ausreichend von ihren Eltern unterstützt werden, gibt es allerdings einen weiteren Weg der Finanzierung: Der Studienkredit (http://www.kreditfuerstudenten.org/) kann, ähnlich wie die Unterstützung durch das BAföG, monatlich ausgezahlt werden. Unterschiede bestehen aber bei den unterschiedlichen Modellen der Rückzahlung. Grundsätzlich sollte ein solcher Studienkredit allerdings nicht die erste Wahl sein, wenn die Finanzierung auch auf anderem Wege möglich ist. Denn im Gegensatz zur Förderung durch BAföG muss der komplette Betrag zurückgezahlt werden – und wie bei einem normalen Ratenkredit fallen Zinsen an. Bis zu 9% effektiver Jahreszins sind je nach Bank möglich, womit der Studienkredit kaum als günstige Finanzierungsmöglichkeit bezeichnet werden kann. Eine Variante der Bildungskredite sind Bildungsfonds. Der Unterschied: Das Ausfallrisiko wird von einem Fonds getragen – ansonsten ändert sich für den Kreditnehmer wenig. Unterschiede können allerdings bei der Rückzahlung bestehen. Die Praxis zeigt, dass Studierende sich im Vorfeld über realistische Möglichkeiten der Rückzahlung Gedanken machen sollten. Denn eine Stundung ist im Nachhinein meist ebenso wenig möglich wie eine Verringerung der Tilgungsraten. In einigen Fällen folgt deshalb nach dem Abschluss die Privatinsolvenz.

Verdienstunabhängige Rückzahlung: Nur bei guten Jobaussichten

Bereits bei Abschluss eines solchen Darlehensvertrags kann festgelegt werden, wann mit welchen Beträgen die Rückzahlung geleistet wird. Sobald nach dem Studium eine berufliche Tätigkeit aufgenommen wird und ein Einkommen besteht, wird der Kredit getilgt. In diesem Fall spricht man von einer verdienstunabhängigen Rückzahlung.

Variable Tilgung verringert Druck auf Absolventen

Alternativ lässt sich die Höhe der monatlichen Raten auch an das Einkommen koppeln. Im Vorfeld wird ein bestimmter Prozentsatz des Bruttoeinkommens festgelegt, der bei der Aufnahme der Berufstätigkeit zu zahlen ist. Ebenso wird Tilgungsdauer bereits im Vorfeld bestimmt. Variabel ist somit die Gesamtsumme, die später zurückgezahlt wird. Bei dieser einkommensabhängigen Rückzahlung wird der Schuldner von den Raten nicht überfordert. Außerdem muss er erst mit der Tilgung beginnen, wenn er einen Job gefunden hat, der seinen Qualifikationen entspricht. Wird bereits bei Abschluss des Studienkredits ein Termin festgelegt, müssen Absolventen häufig das erstbeste Stellenangebot annehmen, um die nötigen Rückzahlungssummen aufbringen zu können.

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