Bundesschatzbriefe: Vorteile und Nachteile von Typ A und Typ B

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Bundesschatzbriefe: Vorteile und Nachteile von Typ A und Typ B

In Zeiten, in denen praktisch jede Anlageform als Risiko erscheint, fragen sich viele Menschen worauf sie bei ihrer Geldanlage noch vertrauen können. Eine Option sind die Anlagemöglichkeiten der Bundesrepublik Deutschland.

Bundesschatzbriefe – leichter Erwerb, aber nur privat

Bundesschatzbriefe wurden extra für Privatanleger geschaffen und existieren in zwei Typen. Typ A hat eine Laufzeit von 6 Jahren, Typ B von 7 Jahren. Bundesschatzbriefe können bei einer Bank ab 50 Euro Nennwert erworben werden, bei der Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH, die die Bundeswertpapiere verwaltet, ab 52 Euro im Direkterwerb. Die Maximalhöhe ist unbegrenzt. Die Verwahrung erfolgt kostenlos bei der Finanzagentur oder, meist gegen Gebühr, bei Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften.

Erwerben kann die Bundesschatzbriefe jede natürliche Person und jede – im Beamtendeutsch – „gebietsansässige Einrichtung, die gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dient“. Möglich ist der Kauf auch Wohnungseigentumsgemeinschaften, bei der mehr als die Hälfte der Anteile von natürlichen Personen gehalten werden. Hieraus wird ersichtlich, dass der Gesetzgeber die Bundesschatzbriefe nicht für den Kapitalmarkt gedacht hat.

Zinsen und Konditionen

Die Verzinsung der Bundesschatzbriefe ist bei der Ausgabe festgelegt. Sie beginnt relativ niedrig und steigt jedes Jahr an. Durch die progressive Zinsentwicklung soll zum längerfristigen Halten des Schatzbriefes motiviert werden. Beim Typ A werden die Zinsen während der Laufzeit ausgezahlt, beim Typ B beim Ablauf des Schatzbriefes. Der Typ B belastet also den Steuerfreibetrag im letzten Jahr mehr, bietet aber durch die ein Jahr längere Laufzeit eine bessere Durchschnittsverzinsung.

Vorteile

Bundesschatzbriefe haben eine Garantieverzinsung und unterliegen keinen Kursschwankungen, es ist also kein Verlust des investierten Geldes möglich (außer bei Staatsbankrott der BRD). Zudem können sie, anders als beispielsweise Festgeld, nach Ablauf eines Jahres zurückgegeben werden. Dies ist möglich für bis zu 5000 Euro pro 30 Zinstage. Damit ist auch ein Tausch von niedrig verzinsten Schatzbriefen gegen neuere möglich, falls das Zinsniveau steigen sollte. Die centgenaue Stückelung und unbegrenzte Höhe machen sie für Anlagen in jeder beliebigen Höhe interessant.

Bundesschatzbriefe gelten als mündelsicher. Damit sind Anlagen gemeint, bei denen Kapitalverlust als praktisch ausfallsicher gilt und in die deshalb ein Vormund, Betreuer oder Pfleger im Namen seines Mündels investieren darf.

Nachteile

Der Hauptnachteil der Bundesschatzbriefe sind ihre gegenwärtig sehr niedrigen Zinsen. Momentan liegen diese, zumindest in den ersten Jahren, deutlich unter der Inflationsrate und auch unter dem Zinsniveau der meisten Tagesgeldkonten. Anders als ein Tagesgeldkonto ist das Geld, das in Bundesschatzbriefen steckt, auch nicht täglich verfügbar. Erst nach einem Jahr kann man zumindest einen Teil des Geldes zurückerhalten.

Fazit

Wer sein Geld für einen längeren Zeitraum sicher anlegen möchte, ist bei Bundesschatzbriefen gut aufgehoben. In der gegenwärtigen Unsicherheit an den Finanzmärkten bieten sie geringe, aber verlässliche Zinsen und die Aussicht, bei steigenden Zinsen durch Umtausch mit diesen mitzuhalten. Eine ähnliche Sicherheit bieten aber auch Tagesgeldkonten, die bis zu 100.000 Euro gesetzlich abgesichert sind. Der Sparer sollte sich daher überlegen, ob er nicht vorerst beim gegenwärtig besser verzinsten Tagesgeld bleibt und erst bei steigenden Zinsen einen neuen Vergleich anstellt. Weiter sinkende Zinsen sind auf dem gegenwärtigen Niveau kaum möglich, dafür gibt es Anzeichen einer geringen Zinserhöhung noch in diesem Jahr.

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