Anleihen kaufen: Wie und wo?
Die Anzahl der Anleger, die sich gegen Aktien oder andere Anlageformen entscheiden und stattdessen Anleihen kaufen, ist in den letzten Jahren wieder gestiegen. Anleihen bieten gegenüber einer Anlage in den Aktienmarkt den maßgeblichen Vorteil, dass laufende Erträge erzielt werden und das Kapital zu einhundert Prozent abgesichert ist, sofern die ausgebende Gesellschaft, also die Emittentin der Anleihe am Ende der Laufzeit noch zahlungsfähig ist. Dadurch bieten Anleihen eine deutlich bessere Planbarkeit als Aktien, Rohstoffe oder andere Finanzmarktprodukte.
Anleihen werden in verschiedensten Ausgestaltungen und Varianten angeboten. Die meisten Anleihen haben eine Laufzeit von mehreren Jahren und sind mit einem Kupon ausgestattet, der den Anspruch auf die jährliche Zinszahlung verbrieft. Allerdings gibt es auch Nullkupon Anleihen, die unter Pari ausgegeben werden und zu Pari getilgt werden. Auf diese Weise werden über die gesamte Laufzeit nur Kursgewinne aber keine Zinsen erzielt. Daher sind Anleihen auch dann interessant, wenn man die Steuerbelastung für die erzielten Erträge zeitlich verschieben will.
Die meisten Anleihen von bedeutenden Emittenten können über die Börse gehandelt werden. Bei kleineren Gesellschaften sind Anleihen aber auch manchmal nur außerbörslich zu zeichnen. Normalerweise fallen beim Kauf von Anleihen nur vergleichsweise geringe Kosten an. Anders als beispielsweise bei der Anlage in Investmentfonds fällt beim Anleihekauf grundsätzlich kein Ausgabeaufschlag an.
Grundsätzlich ist der Markt für Anleihen sehr heterogen. Nicht alle Anleihen sind seriös. Um die Ausfallwahrscheinlichkeit möglichst gering zu halten, sollte man als potentieller Anleihegläubiger unbedingt genau prüfen, wie es um die wirtschaftliche Situation des jeweiligen Unternehmens bestellt ist. Nur wenn das Unternehmen solide ist, sollte man Anleihen kaufen.
Eine mögliche Entscheidungshilfe bieten für potentielle Erwerber sogenannte Ratings. Von mehr oder weniger unabhängigen Ratingagenturen werden Ratings als Einschätzung der Bonität veröffentlicht. Dabei verwenden die Ratingagenturen schematisch sehr ähnliche Notensysteme, sodass es für Kaufinteressenten gut möglich ist, einen verlässlichen Eindruck von der Bonität des Emittenten zu bekommen.
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