Geldanlage in Zeiten der Finanzkrise
Die aktuelle Finanzkrise ist die schlimmste Krise dieser Art seit der Großen Depression in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Mit dem Platzen der Immobilienblase in der Vereinigten Staaten von Amerika und dem daraus resultierenden drastischen Anstieg bei den Ausfällen bonitätsschwacher Kredite (so genannten Subprimes) nahm die Krise im Jahr 2007 ihren Lauf. Mit dem Zusammenbruch der damals viertgrößten Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 sprang die Finanzkrise endgültig auf die Realwirtschaft über und führte zu einer mehr oder weniger globalen Rezession. Die Schwere dieser Krise zeigte sich an dem dramatischen Verlust quasi sämtlicher Asset-Klassen in sämtlichen Ländern. Aktien und Rohstoffe verloren teilweise dramatisch. So fiel bspw. der Deutsche Aktienindex (DAX) von mehr als 8000 Punkten auf unter 3600 Punkten.
Um die Folgen der Krise abmildern zu können, senkten die Zentralbanken weltweit ihre Leitzinsen auf teilweise historisch niedrige Niveaus (Die Europäische Zentralbank (EZB) bspw. von 4,25% auf 1%). Dies wirkte sich unmittelbar auf die Rendite von Spar- und Sichteinlagen aus. Fallende Zinsen führen typischerweise zu steigenden Kursen bei Anleihen. In dieser Krise kam es aber anders: Viele Anleihen stiegen nicht in ihrem Kurs, sondern verloren sogar. Die Marktteilnehmer schätzten die Zunahme des Risikos eines Ausfalls der Anleihen damals demnach höher ein, als die Zinssenkungen an Risiko nehmen konnten.
Die massiven Zinssenkungen und die damit einhergehende Flutung der Märkte mit billigem Geld bergen in sich große Gefahren, deren Ausmaße derzeit noch gar nicht abzuschätzen sind: Inflation. Behalten die Experten mit ihren volkswirtschaftlichen Theorien Recht, stehen die USA und Europa vor einem dramatischen Anstieg der Inflationsrate. Per se muss so eine Entwicklung nicht schlecht sein, hilft sie doch den hoch verschuldeten Staaten diese abzubauen. Allerdings wären Sparguthaben und Rentenpapiere in einem solchen Szenario die schlechteste aller Anlageformen, da Inflation immer einer Geldentwertung gleichkommt.
Momentan scheinen die konstatierten Aktionen der Zentralbanken Früchte zu tragen und die Wirtschaft sämtlicher Volkswirtschaften aus dem Tal der Tränen herausführen zu können. Die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) haben die Krise bereits größtenteils hinter sich gelassen und sind auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Damit gewinnen sie für die Weltwirtschaft zunehmend an Bedeutung, während die USA und vor allem Europa zunehmend an Bedeutung verlieren. Um an der weiteren Entwicklung der BRIC-Staaten partizipieren zu können bieten Aktienfonds und Indexzertifikate eine gute Gelegenheit, auch wenn die Kurse seit ihren Tiefs vor etwa einem Jahr bereits deutlich gestiegen sind. Aber auch europäische und amerikanische Aktien von global (vor allem auch in den BRIC-Staaten) agierenden Unternehmen können nach wie vor eine gute Wahl sein.
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