Anleihen

Anleihen können sowohl von Staaten (Staatsanleihen) wie auch von Wirtschaftsunternehmen (Unternehmensanleihen) herausgegeben werden. Sie dienen diesen Staaten und Unternehmen zur Finanzierung wichtiger Vorhaben und stellen daher eine Alternative zur Kreditaufnahme dar.
Anleihekurse
Im Unterschied zu Festgeld weisen Anleihen jedoch einen Kurs auf, denn sie werden an der Börse gehandelt. Hierdurch ist es zwar möglich, Anleihen während der Laufzeit jederzeit zu verkaufen, der Verkauf erfolgt dann jedoch zum jeweils aktuellen Kurs. Grundsätzlich erfolgt die Ausgabe der Anleihe zu einem Kurs von 100%, auch die Rückzahlung am Ende der Laufzeit ist zu 100% vom Emittenten garantiert. Während der Laufzeit jedoch kann es Kursveränderungen geben. Diese orientieren sich zum einen an der Bonität des Emittenten (des Herausgebers der Anleihe) und zum anderen am allgemeinen Zinsniveau.
Zinsen und Rendite
Die Bonität des Emittenten ist für Anleihen entscheidend, denn er garantiert nicht nur die Zinszahlung, sondern auch die Rückzahlung der angelegten Gelder am Laufzeitende. Kann der Emittent die Rückzahlung aufgrund finanzieller Probleme nicht mehr gewährleisten, droht den Anleihegläubigern, also den Anlegern, ein Verlust. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Emittentenrisiko. Dieses Risiko kann verringert werden, indem vor dem Kauf der Anleihe die Bonität geprüft wird. Diese Bonität wird auch von unabhängigen Ratinggesellschaften regelmäßig geprüft und veröffentlicht. Die Bundesrepublik Deutschland beispielsweise weist eine hervorragende Bonität auf, so dass Anleger sicher sein können, dass sowohl Zinsen wie auch die Kapitalrückzahlung am Ende der Laufzeit garantiert werden können. Auch die für die Anleihe gezahlten Zinsen orientieren sich an der Bonität der Emittenten. Die Zinsen sind umso niedriger, je besser die Bonität des Emittenten eingeschätzt wird, denn bei hervorragender Bonität ist auch das Anleiherisiko stark reduziert. Bei hohem Risiko hingegen erhalten Anleger eine Art Risikoprämie in Form von überdurchschnittlichen Zinsen. Hier sollte geprüft werden, ob man bereit ist, für diese höheren Zinsen auch das entsprechend höhere Risiko einzugehen. Je nach Emittent sind bei Anleihen mit fünfjähriger Laufzeit zwischen 3-6% p.a. zu erzielen.
Wie bereits erwähnt, orientiert sich der Kurs der Anleihe aber nicht nur an der Bonität des Emittenten, sondern auch am allgemeinen Zinsniveau und so an der Nachfrage sowie dem Angebot. Wurde eine Anleihe beispielsweise mit 3% p.a. emittiert, das allgemeine Zinsniveau liegt aktuell aber bei 2% p.a., wird diese Anleihe von Anlegern sicher nachgefragt (sofern die Bonität des Emittenten entsprechend ist) und der Kurs steigt. Anleger könnten somit bei einem vorzeitigen Verkauf einen Kursgewinn erzielen. Im Unterschied hierzu sinkt der Kurs in der Regel, wenn das Zinsniveau auf 4-5% p.a. steigt, denn Anleihen mit einem Zins von 3% p.a. sind dann eher unattraktiv. Bei einem eventuell vorzeitigen Verkauf müsste hier ein Verlust kalkuliert werden. Lediglich dann, wenn Anleger die Anleihe bis zum Ende der Laufzeit halten, wird die Rückzahlung wieder zu 100% garantiert.
Anleihen kaufen
Anleger, die Anleihen als Geldanlage nutzen wollen, benötigen hierzu ein Wertpapierdepot bei ihrer Bank. Für den Kauf sowie den Verkauf von Anleihen werden hier zwischen 0,5-1% der Anlagesumme als Gebühr berechnet, zudem fallen Depotgebühren an.
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Artikelthema:
Anleihen: Kurse, Kaufen, Rendite, Anleihekurse
