Das ist bei der Eröffnung eines Geschäftskontos zu beachten

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Das ist bei der Eröffnung eines Geschäftskontos zu beachten

Unternimmt man den Schritt in die Selbstständigkeit, empfiehlt sich die Eröffnung eines Geschäftskontos. Damit kann man seinen Buchhaltungsaufwand reduzieren und noch von einigen weiteren Vorteilen profitieren. Wichtig ist es dabei, das richtige Konto für seine individuellen Bedürfnisse auszuwählen. Mit einem kleinen Trick kann man sogar seine Chancen bei der Kreditvergabe erhöhen.

Weshalb überhaupt ein Geschäftskonto?

Es besteht keine gesetzliche Pflicht zum Führen eines Geschäftskontos. Auch bestehen keine grundlegenden Funktionsunterschiede zwischen einem geschäftlichen und einem privaten Konto. Beide dienen dazu, den laufenden Zahlungsverkehr abzuwickeln, Rechnungen zu bezahlen und Einnahmen zu verbuchen. Aus praktischen Gründen empfiehlt es sich aber das Geschäftskonto vom Privatkonto zu trennen. Es ist übersichtlicher und man kommt nicht durcheinander. Darüber hinaus ist eine getrennte Kontoführung bei der Buchhaltung zeitsparender.

Tipps: Gerade Junggründern bereitet die Buchhaltung in der Anfangszeit Schwierigkeiten. Mit diesen praktischen 10 Tipps von heise.de ist man vor den schlimmsten Anfängerfehlern sicher.

Vorteile eines Geschäftskontos

Ein Geschäftskonto kann grundsätzlich bei jeder deutschen Bank eröffnet werden. Unterschiede gibt es dabei vor allem bei den Kontoführungsgebühren. Während manche Angebote kostenfrei sind, können die Kontoführungsgebühren bei anderen bei bis zu 100 Euro liegen. Das ist auch der Grund dafür, dass viele zunächst dazu tendieren, einfach ein weiteres privates Girokonto zu eröffnen. Die geschäftliche Nutzung eines privaten Kontos wird allerdings nicht von jeder Bank gestattet. Darüber hinaus bietet ein reines Geschäftskonto weitere Vorteile. Hierzu zählen:

  • intensive Beratung durch die Bank
  • individuelle Konditionen je nach Buchungsumfang

Bei der Auswahl eines Geschäftskontos kann man sich zwischen vielen verschiedenen Banken entscheiden. Dabei spielen im Einzelfall nicht nur die Konditionen der Banken, sondern auch ihre Firmenphilosophien eine Rolle. Wer Wert darauf legt, dass sein Geld nur in ökologisch nachhaltige und ethisch vertretbare Bereiche fließt, kann sich z. B. für ein Geschäftskonto von der Ethikbank entscheiden.

Worauf ist bei der Auswahl eines Geschäftskontos noch zu achten?

Bei der Auswahl des Geschäftskontos ist eine Frage besonders wichtig. Wie viele Buchungen fallen pro Monat an? Ist der Zahlungsverkehr umfangreich, empfiehlt sich ein Konto mit kostenfreien Buchungen. Der Monatsbeitrag ist hierbei in der Regel höher. Die zusätzlichen Kosten werden allerdings schnell amortisiert. Wer wenige Buchungen tätigt, entscheidet sich für ein Konto mit niedrigeren monatlichen Gebühren. Hier kosten dann die einzelnen Buchungen etwas. Durch den weniger umfangreichen Zahlungsverkehr gleicht sich allerdings auch das wieder aus.

Darüber hinaus sollte man sich auch die restlichen Leistungen des Geschäftskontos gut ansehen. Hier kann man sich zwischen zahlreichen Features entscheiden, die für den eigenen Geschäftsbetrieb relevant sind. Hier sind vor allem Aspekte wie die folgenden zu nennen:

  • Anzahl der verfügbaren Geldautomaten
  • Notfall-Kartenservice (weltweit)
  • bargeldloses Zahlen im Ausland
  • kostenfreie Kontoauszüge
  • Zahlungsverkehrsprogramm
  • Möglichkeit zum Online-Banking
  • Bargeldeinzahlungen in allen Filialen möglich

Einfacher rechnen mit zwei Geschäftskonten

Eine besonders praktische Möglichkeit besteht darin, zwei Geschäftskonten zu nutzen. Ein Konto ist hierbei ausschließlich für die Einnahmen und das andere für die Ausgaben vorgesehen. Um Rechnungen zu begleichen, bucht man jeden Monat einen festen Beitrag vom Einnahmen- auf das Ausgabenkonto. Scheint diese Methode auf den ersten Blick auch umständlich zu sein, so bietet sie beim genaueren Hinsehen doch einige Vorteile.

Zunächst einmal ist hier die Übersicht zu nennen. Bereits bei der Firmengründung hat man mit einem kurzen Blick auf die Konten einen klaren Überblick über die Einnahmen und den erwirtschafteten Überschuss. Alle Ausgaben, Abbuchungen und Eingänge sind chronologisch, übersichtlich und auf einen Blick ersichtlich. Das ist bequem und man spart viel Zeit und Ressourcen. Es gibt aber noch ein paar andere Vorteile:

  • Kassenordner lässt sich leicht nach Ein- und Ausgang trennen
  • einfachere Arbeit für den Steuerberater und den Steuerprüfer
  • auf dem Ausgabenkonto ist nur so viel Geld, wie man tatsächlich benötigt
  • Kreditrahmen kann für Ausgabenkonto bewusst niedrig gehalten werden
  • bessere Chancen bei der Kreditvergabe; Bank sieht nur positiven Geldfluss und eine größere Ausgabe

Trotz aller Vorzüge gelten auch bei der Nutzung von zwei Konten die Buchhaltungsvorschriften. Besonders wichtig ist es hierbei, die geltenden Dokumentationspflichten einzuhalten. Wie viele Jahre das sind und worauf man beim Aufbewahrungsort unbedingt achten muss, erfährt man in diesem Ratgeber von kapitalwissen.de.

Bild © Andreas Morlok / pixelio.de