Münzen und Edelmetalle als Geldanlage

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Münzen und Edelmetalle als Geldanlage

Angesichts der zunehmenden Unsicherheit an den Finanzmärkten wird eine Anlage in Münzen und Edelmetalle immer attraktiver, auch große Investoren haben den Trend erkannt. Die Folge sind steigende Gold- und Silberpreise, eine Entwicklung, die sich ungebrochen fortsetzt. Private Anleger haben hierbei die Wahl zwischen Münzen, die auch einen numismatischen Wert aufweisen, und Barren, die leicht zu handeln sind.

Wertentwicklung der Edelmetalle

Eine Investition in Gold, die um das Jahr 2006 vorgenommen wurde, brachte bis zum Jahr 2011 glatt eine Verdreifachung des Anlagewertes. Noch etwas deutlicher sieht es beim Silber aus, seit dessen Kursausbruch im Jahr 2006 hat sich sein Preis verfünffacht. Das verwundert nicht, ist doch Silber auch ein höchst begehrtes Industriemetall, es wird, anders als Gold, in großen Mengen verbraucht. Hersteller von Kfz-Katalysatoren, Mikroelektronik oder Medizintechnik benötigen sehr viel Silber, sodass hier noch reichlich Kurs-Fantasie nach oben gegeben ist. Sämtliche Edelmetalle gelten, unabhängig von ihrer praktischen Verwendung, als Rettungsanker in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten, und auch in besseren Tagen gehören sie schon immer in jedes Portfolio. Sie sind unverwüstlich, ihre Tradition reicht Jahrtausende zurück, und last but not least sind sie besonders als Münzen sehr schön.

In Edelmetallen anlegen

Ein allseits bekannter Expertenrat lautet, etwa zehn Prozent aller Investments in Edelmetallen vorzunehmen. Hier können Barren oder Münzen gewählt werden, das ist eher Geschmacksfrage als eine finanzielle Entscheidung. Denn Gold-, Silber- und Platinmünzen werden nahe am Spotpreis der jeweiligen Edelmetalle gehandelt, auch wenn einige von ihnen offizielles Zahlungsmittel sind. Zu beachten ist lediglich die Mehrwertsteuer. Anlagemünzen und auch Goldbarren sind unter definierten Bedingungen von der Mehrwertsteuer befreit, auf einige Münzen wird der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent erhoben, bei Barren und Sammlermünzen in Silber werden 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Die Gesetze ändern sich bisweilen in dieser Hinsicht, sodass bei einer sehr langfristig geplanten Anlage entsprechend kalkuliert werden muss. Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit, in Edelmetall- oder Minenfonds anzulegen. Hier profitiert der Anleger von der Wertentwicklung, ohne die Metalle physisch zu besitzen. Das kann sehr profitabel sein, einige Goldfonds legten zwischen 2010 – 2011 um 20 Prozent, innerhalb von drei Jahren sogar um 90 Prozent zu.

Barren und Münzen

Als Barren können Anleger Gold, Silber, Platin und Palladium erwerben. Andere, noch seltenere Metalle wie etwa Rhodium werden als Pulver gehandelt, gelten allerdings im Jahr 2011 noch als absolute Exoten. Das heißt nicht, dass es hier keine großen Gewinne geben kann, denn Rhodium beispielsweise zählt zu den seltensten Metallen überhaupt und wird ebenfalls in Katalysatoren eingesetzt.

Wer sich für Gold-, Silber- oder Platinbarren entscheidet, für die es einen liquiden Markt gibt, hat die Wahl zwischen verschiedenen Größen und Herstellern. Goldbarren werden im Handel zwischen 1 Gramm und 1 Kilogramm angeboten, Anfang September 2011 kostet das Kilo Gold in Barrenform ab etwa 43.000 Euro aufwärts. Das Gramm ist hingegen für etwa 47 Euro zu haben, wodurch sich bestätigt, dass die Menge einen Rabatt erzeugt. Ähnlich ist die Lage beim Silber, 1 Kilogramm kostet ab rund 1.183 Euro, 100 Gramm hingegen 127 Euro, 1 Gramm wird nicht gehandelt. Die kleinste Handelsmenge ist eine Unze (31,1034768 g), es gibt dafür auch größere Silberbarren bis 15 Kilogramm. Platin wird in Barren zwischen 10 Gramm (582 Euro) bis 1 Kilogramm (52.700 Euro) gehandelt. Diese Preise sind Momentaufnahmen des 09. Septembers 2011.

Interessant ist der Markt für Münzen. Sowohl bei Gold- als auch bei Silbermünzen gibt es einige sehr berühmte Prägungen wie American Eagle, Maple Leaf, China Panda, Wiener Philharmoniker und Krügerrand. Es sind hier große Preisunterschiede zu finden, die einerseits durch den Edelmetallgehalt, andererseits durch Prägelimits begründet sind. Anleger können davon ausgehen, dass teure Münzen in der Regel sehr wertbeständig sind.

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