Bitcoins mit Golddeckung

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Bitcoins mit Golddeckung

Die virtuelle Währung Bitcoin, die im Jahr 2009 ins Leben gerufen wurde, hat in den letzten Jahren nicht nur erheblich an Wert zugelegt, sondern auch in der klassischen Finanzwelt für Aufsehen gesorgt. Anscheinend steckt in den so genannten Bitcoins so viel Potenzial, dass sich sogar die kleine britische Kanalinsel Alderney, die bisher als Paradies für Online-Casinos und als Bankenstandort bekannt war, ernsthaft mit der Digitalwährung beschäftigt, um ihr langjähriges Casino-Image abzustreifen.

Laut Angaben der „Financial Times“ tüfteln die Verantwortlichen in Zusammenarbeit mit der britischen königlichen Münzanstalt, bereits seit Sommer 2013 an einem konkreten Plan, die Digitalwährung Bitcoin mit einer physischen Deckung zu versehen. In Anbetracht der Tatsache, dass der Preis der digitalen Währung in den letzten Wochen mehrmals die Marke von 1200$ durchbrach, ist die Auswahl von Gold als Trägermetall nur allzu verständlich. Welches Feingewicht die geprägten Münzen besitzen werden, ist aktuell nicht bekannt, kolportiert wird allerdings ein Wert von 500 Britischen Pfund, was für die Prägung von Münzen in der Größenordnung einer halben Unze spricht. Es wäre das erste Mal, seit US-Präsident Richard Nixon den Goldstandard aufhob, dass eine Währung aktiv mit Edelmetall unterlegt werden soll.

Auch wenn es sich bei Bitcoins bisher nicht um ein staatlich anerkanntes Zahlungsmittel handelt, so wäre dieser Schritt dennoch von wegweisender Bedeutung für Anhänger der Digitalwährung, die vor allem im Internet stetig an Bedeutung gewinnt. Dienstleister wie das Online-Auktionshaus ebay, denken laut über eine Verwendung als Rechnungseinheit nach. Die Vorteile einer goldgedeckten Digitalwährung, die für Anleger aktuell besonders interessant ist, liegen klar auf der Hand. Setzt sich der Trend fort, so hat der Bitcoin gewiss das Potenzial zur ernsthaften Parallelwährung im Internet aufzusteigen. Sollte die Digitalwährung jedoch aufgrund ihrer erheblichen Volatilität scheitern, wie es Jürgen Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank voraussagt, so bleibt die Fallhöhe durch den Materialwert überschaubar. Diejenigen, die bereits zu deutlich günstigeren Kursen in den Bitcoin investiert haben, dürften sich darüber besonders freuen. Das Konzept ist allerdings weniger revolutionär, als es zunächst anmutet, denn ein vergleichbares System existiert in Deutschland, mit den mehrmals jährlich erscheinenden und als offizielles Zahlungsmittel geltenden Silbergedenkmünzen, bereits seit 1953.

Der Vorstoß der britischen Kanalinsel ist folglich nicht nur eine Imagekampagne des Eilandes, sondern würde Anhängern der Digitalwährung eine Absicherung bieten und weiterhin auch Edelmetallsammlern und Investoren eine neue Anlagemünze mit erheblichem Steigerungspotenzial bescheren. Im Idealfall also eine Win-win-Situation für den Anleger und die Insel. Doch es bleibt abzuwarten ob das Konzept letztendlich realisiert werden kann – Potenzial ist in jedem Fall vorhanden.

Bild © Thomas Pajot – Fotolia.com